HANDGRIFFE AN AUTOMOBILDREHLEITERN
Wie bei den Kraftfahrzeugen der verschiedensten Fabrikate die Handgriffe für die Bedienung ähnlich sind, so trifft dies auch für die Kraftfahrdrehleitern zu.
Die Leiter bedarf zu ihrer Aufstellung folgender Getriebe:
- das Aufrichte- und Neigegetriebe
- das Auszugs- und Einlassgetriebe
- das Links- und Rechtsdrehgetriebe
- die Getriebe, welche die Leiter durch seitliche Links- oder Rechtsverschwenkung in die seitlich vertikale Ebene einstellen
bzw. sie um 12 % seitlich verschwenken
Wie bekannt, ist das Fahrgetriebe des Kraftfahrzeuges so ausgebildet, dass man durch Verschieben der Räder im Fahrgetriebe mittels des Schalthebels die verschiedenen Fahrgeschwindigkeiten einstellen und die Bewegungsrichtung ändern kann. Bei diesen Schaltvorgängen muss wegen des stoßfreien Schaltens auch noch eine besonders zu betätigender Kupplung mitwirken
Bei dem Drehleitergetriebe stehen dagegen die Triebräder ständig im Eingriff und es besitzen alle Getriebe für die verschiedenen Bewegungen eine besondere Kupplung. Es ist kein absolutes Erfordernis, dass hierzu solche Kupplungen Verwendung finden, welche mittels Öldruck betätigt werden. Mit zentral am Steuerbock angeordneten drei Handhebeln werden die unter 1-3 genannten Getriebe mit ihren verschiedenen Geschwindigkeitsgängen betätigt. Diese Bedienungshebel sind so angeordnet, dass sie die gleiche Bewegung machen wie die Bewegung der Leiter, die durch sie verursacht wird (Bild 1).
Die vorstehend geschilderten Zusammenhänge der Leitergetriebe und deren Betätigung vorausgeschickt, sind im einzelnen folgend aufgeführte hauptsächliche Handgriffe bei der Bedienung der Leiter anzuwenden, wenn man die Transmissionswelle für das Leitergetriebe mit dem Hebel b einschaltet. Der Motor ist auf seine kleinste zulässige Drehzahl einzustellen.
II. Am Bedienungsstand der Leiter folgen dann die nachstehend aufgeführten Handgriffe:
- Nach Abprotzen der fahrbaren Schlauchhaspel erfolgtes Einrücken der Federfeststellvorrichtung am Wagenende mittels der Kurbel c (Bild 2) und damit Auslösen der Stützspindeln d, die sich selbsttätig auf den Boden schrauben
- Zu gleicher Zeit wird selbsttätig die Blockierung der Aufrichtebewegung aufgehoben
- Anlassen des Motors am Leiterbedienungsstand, wenn er nach dem Eintreffen auf dem Brandplatz abgestellt war
- Bedienung der drei Steuerhebel e, f, g einzeln oder gleichzeitig am Steuerbock für Aufrichten, Drehen und Ausziehen sowie Betätigung der Gasregulierung. Auf diese Weise ist die Leiter zum Einsatz gebracht
- Beim Anleitern darauf achten, dass die Leiter noch, entweder zur Seite oder nach oben geschwenkt werden kann, um ein Aufrichten zum Einlassen und Entriegelung der Fallhaken zu ermöglichen. Die möglich fehlende Leiterlänge mit der Ausschubleiter im Leiterpark überbrücken
- Zum Besteigen der Drehleiter muss der Fahrmotor abgestellt sein und die Fallhaken in Funktion sein, um ein selbstständiges Einlassen der Leiterteile zu verhindern
Um wieder die Fahrbereitschaft herzustellen, sind weiter folgende Betätigungen notwendig:
- Kurzes Ausziehen zwecks Auslösen der Fallhaken der ausgezogenen Leiter durch entsprechendes Einstellen des Steuerhebels für das Auszugsgetriebe
- gleichzeitiges Einstellen des Steuerhebels auf Einlassen
- Einstellen des Steuerhebels auf „Drehen“ in die Fahrtrichtung
- gleichzeitiges Einstellen des Steuerhebels für das Neigegetriebe. Damit wird die Leiter ohne weiter notwendig werdende Handgriffe in die Fahrstellung gebracht, wobei die Bewegung an den Endstellungen automatisch abgestellt wird
- Hochdrehen der Stützspindeln, jede für sich, und Einlösen der Sicherungsstifte zu ihrer Feststellung
- Auslösen der Federfeststellvorrichtung an der Kurbel c (Bild 2) und damit Blockierung der Aufrichtebewegung
Im Übrigen gelten noch folgende allgemeine Regeln:
- Leiter auf festen Untergrund stellen
- Leiter nicht höher ausziehen als nötig, besonders bei Wind. Bei großer Auszugslänge vorsichtig und langsam manövrieren
- Leiter im Freistand durch Spannleinen sichern. Bei Wind und Sturm im Freistand nicht besteigen
- Nie mit aufgerichteter Leiter fahren oder mit bestiegener Leiter manövrieren
- Mannschaft nach Aufstieg sofort einhaken
- Bedienung der Leiter nur durch ruhige, geistesgegenwärtige Maschinisten, die mit den Bedienungsvorschriften des betreffenden Systems restlos vertraut sind
