Angebotstext - Technische Beschreibung Stand 1959/60
METZ-Kraftfahr-Drehleiter DL 25 und DL 30 mit hydraulischem Antrieb
I. Fahrgestell
Technische Daten siehe besondere Beschreibung bzw. Prospekt des Fahrgestell-Herstellers.
II. Feuerwehrtechnischer Aufbau
Allgemein
Der Aufbau besteht aus dem Fahrer- und Mannschaftsraum in geschlossener, moderner Form und Ausführung. Der anschließenden Plattform mit untergebauten Gerätekästen und dem Drehturm.
Fahrer- und Mannschaftsraum
- Sitzplätze für Staffelbesetzung in Stärke von 1 Führer und 5 Mann
- Beiderseits je 2 Einsteigtüren, vorn angeschlagen, mit Kurbelfenstern aus Sicherheitsglas, Zuziehgriffen und Türhaltebändern, Tür vorn links verschließbar, die übrigen Türen von innen verriegelbar, Türgriffe verchromt
- Windschutzscheibe aus Verbundglas.
Fahrerraum
- Sitzplätze für Fahrer und 1 Mann, mit bequemer Sitz- und Rückenpolsterung und Kunstlederbezug
- Kartentaschen an jeder Einsteigtür aus Sperrholz
- Raum von unten gegen Luftzug sorgfältig abgedichtet
Mannschaftsraum
- Querbank in Fahrtrichtung mit Sitzplätzen für 4 Mann
- Sitze aus Hartholzleisten, naturlasiert, hochklappbar, mit Endfeststellung und untergebauten Gerätekasten
- Rückenlehne mit Polsterstreifen (etwa 120 mm breit)
- Rückblickfenster an der Rückwand
- Deckenleuchte mit Schutzgitter und Schalter
- Trittflächen mit trittfestem Werkstoff belegt
- Fußschutz an Türen und Sitzbänken gegen Beschädigung des Anstriches
Ausstattung
- selbsttätige Scheibenwischer, Scheibenwäscher mit 2 Düsen
- Fahrtrichtungsanzeiger rechts und links (Pendelwinker), sowie Blinkleuchten am Fahrzeugende
- 2 Kennleuchten nach vorn und den Seiten wirkend auf dem Dach, mit Kontrolllampe im Fahrerraum
- 2 Rückblickspiegel (je 1 Stück an beiden Fahrzeugseiten)
- 1 Arbeitsstellenscheinwerfer DIN 14644, ausziehbar, mit Kabel und Stecker DIN 14690 mit Gelenkstück in Fahrtrichtung rechts am Fahrerhaus. Mit Steckdose DIN 14690, sowie mit Aufsteckzapfen DIN 14640
- akustisches Verkehrswarngerät nach DIN 14610
- Blendschutzscheiben für die Vordersitze
- 1 Rückfahrscheinwerfer links am Fahrzeugende
- 1 Einrichtung zur Entfrostung der Windschutzscheibe und zur Raumbeheizung**
- 1 Steckdose DIN 14690 zum Aufladen der Batterie
- 2 Kennleuchten und akustisches Verkehrswarngerät sind an einen gemeinsamen, mit „Alarm“ bezeichneten Schalter gelegt, mit dem die Kennleuchten eingeschaltet werden, sowie die Betätigung des Warngerätes auf die Hupenauslösung gelegt wird. Während der Betätigung des Hupenknopfes ertönt das normale Hupensignal und folgend das akustische Verkehrswarngerät
Neben dem Fahrersitz ist noch eine weitere, durch den Begleiter zu betätigende Auslösevorrichtung vorhanden, mit der das akustische Verkehrswarngerät in Betrieb gesetzt werden kann
Geräteräume
Zur Unterbringung der feuerwehrtechnischen Ausrüstung
- 1 Sitzkasten im Mannschaftsraum mit Zugang durch Hochklappen des Sitzdeckels mit Endfeststellung
- Anordnung der Trittbrettkästen, der Geräteräume vor und nach den Hinterrad-Kotflügeln, sowie der Podiumkasten ist aus der Übersichtszeichnung zu ersehen
- Plattform begehbar
- Türen der Geräteräume so weit öffnend und mit selbsttätiger Endfeststellung versehen, sodass alle Räume gleichzeitig zugänglich sind
- Türschlösser rechts- und links schließend, mit Ringgriffen in Muscheln versenkt (verchromt)
Karosserieaufbau
- Gerippe in Stahl-Leichtbauweise
- Außenverkleidung aus Stahlblech
- Innenverkleidung und Zwischenwände soweit erforderlich aus Sperrholz
- Dachverkleidung des Fahrer- und Mannschaftsraumes aus Stahlblech
Drehturm
- Bestehend aus dem Drehkranz, dem Leitertraggestell mit hydraulischem Antrieb und dem Leitersatz
- Der Antrieb erfolgt über eine Gelenkwelle vom Nebenantrieb des Fahrgetriebes aus
Hydraulischer Antrieb
Folgende Leiterbewegungen sind sowohl hydraulisch durch Antrieb vom Fahrmotor, als auch durch einen Hilfsantrieb bei Ausfall des Fahrmotors möglich:
- Aufrichten, Neigen, Ausziehen, Einlassen, Drehen nach rechts und links, Seiteneinstellung nach rechts und links
- Der Leiteraufbau lässt sich in allen Neigungslagen von 0 bis 75° ungehindert um 360° drehen. Sämtliche Leiterbewegungen sind einzeln und soweit sie sich nicht widersprechen, gleichzeitig ausführbar
Bedienungsorgane
- Sämtliche Bedienungshebel für die Leiter sind auf dem am Drehgestell in Fahrtrichtung rechts und links angeordneten Handsteuerbock vereinigt und von einem Mann in jedem Fall vom Boden aus bedienbar
- Vorrichtung zum Anlassen und Abstellen des Motors ist am Bedienungsstand vorgesehen
Leitersatz
- 4-teilig bei DL 25 mit 25 m Steighöhe und 4-teilig bei DL 30 mit 3o m Steighöhe
- Ganzstahlbauweise, elektrisch geschweißt. Selbsttätige Sicherung der Leiterteile
- Aufstiegsleiter am Leiterfuß
- Handausschiebeleiter aus Stahl am Leiterkopf, 2 m Nutzlänge
- Haltevorrichtung für ein Wendestrahlrohr an der Leiterspitze
- Einhängevorrichtung für einen Flaschenzug am Kopf der Unterleiter zur Kranbenutzung. Tragkraft: bis 1.500 kg bei DL 25, bzw. 2.000 kg bei DL 30 ohne Kranstützen, bis 3.000 kg bei Verwendung von Kranstützen
- Anschlagglocke für beendeten Leiterauszug
- Belastungsmöglichkeit und Standsicherheit der Leiter nach DIN 14701
- In Fahrstellung ruht die Leiter in der Leiterauflage
Sicherungseinrichtungen
Am Leiterpark und Leitergetriebe sind Einrichtungen angeordnet, die das Fahrzeug gegen Kippen, Überlastung und sonstige Gefahren sichern.
Im Einzelnen sind folgende Sicherheitseinrichtungen vorhanden:
- Selbsttätige Endabstellung für alle Endstellungen
- Selbsttätige Kippsicherung, die anspricht, wenn die Leiter die Grenze des zulässigen Benutzungsraumes erreicht
- Selbsttätige Anstoßsicherung für alle Leiterbewegungen
- Selbsttätiger Belastungsanzeiger mit hörbarer Signaleinrichtung, der auch bei ausgeschaltetem Leiterantrieb anspricht
- Selbsttätige Seiteneinstellvorrichtung zum Ausgleich von Geländeneigungen für Seitenneigungen bis zu 6°
- Selbsttätige Verriegelung der Bedienungshebel, für Ausziehen, Neigen und Drehen der in Fahrstellung abgelegten Leiter
- Selbsttätige Verriegelung des Leiterantriebes bei nicht eingerückter Federfeststell-Vorrichtung der Leiter in Fahrstellung
- Einrichtung zum willkürlichen sofortigen Stillsetzen sämtlicher Leiterbewegungen in Reichweite von den Bedienungshebeln
- Gradmesser am Leiterfuß mit Lot für Seitenneigungsmarken in Grad und Einteilung für Leiterneigung, sowie zulässige Auszugslänge, senkrechte Höhe der Leiter und zulässige Belastung der Leiterspitze
Federfeststellvorrichtung:
Zum Ausschalten der Federung an der Hinterachse, vom Rahmenende aus, durch Spindelantrieb zu betätigen
Bodenabstützung:
4 Stützspindeln
Hinterradkasten:
Mit Spritzschutz
Aufprotzvorrichtung:
Am Rahmenende zum Mitführen einer fahrbaren Schlauchhaspel
Schilder:
Kennschild an der linken Tür des Fahrerraumes, innen DIN A5
Bedienungsschilder am Drehturm
Worttexte auf Wunsch in der Landessprache des Bestellers
Lackierung:
Fahrgestell, Räder, Kotflügel – Schwarz glänzend, Farbe RAL 9005
Angabe des Reifendruckes – Weiß, glänzend, Farbe RAL 9002
auf den Kotflügeln in Atü
Aufbau:
Motorhaube, Kühlerverkleidung – Rot, glänzend, Farbe RAL 3000
Drehgestell, Aufrichterahmen
Leitersatz – Silberbronze, Farbe RAL 9006
Geräteräume und Einbauteile – Grau, Farbe RAL 7003
innen
Fahrer- und Mannschafts-Raum innen – naturlasiert
Beschriftung:
Eigentümerangabe z.B. Berufsfeuerwehr, Stadt und/oder Wappen außen auf beiden Türen des Fahrerraumes
(Wappen gegen Mehrpreis)
In späteren Jahren kamen noch einige Änderungen hinzu:
Der zweite Handsteuerblock rechts – gegen Aufpreis
Nahentstörung NE 20 der elektrischen Geräte nach VDE 0879, Teil 2
Auf Wunsch und gegen Mehrpreis:
Beleuchtung der Geräteräume automatisch aufleuchtend beim Öffnen der Türen (Türkontaktschalter), mit Kontrolllampe im Fahrerraum
Telefoneinrichtung (Gegensprechanlage) nach Übersichtszeichnung Nr. 34750
1 Rettungseinrichtung „Liberator“
Einbau eines Sprechfunkgerätes mit Stromversorgung und Schaltung nach DIN 14631
